gebaeudeeinmessung

Gebäudeeinmessung

Warum werden Gebäude eingemessen?

Der amtliche Nachweis des Liegenschaftskatasters als Register aller Liegenschaften weist neben den Grundstücksdaten auch Gebäude vollständig und geometrisch genau nach. Neben der Eigentumssicherung werden die Inhalte des Liegenschaftskatasters als Geobasisdaten für

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  • Wirtschaft (z. B. Ver- und Entsorgung)
  • Kreditsicherung
  • Landes- und Bauleitplanung
  • Umwelt- und Naturschutz

und vieles mehr genutzt. Die Genauigkeit und Vollständigkeit muss gewährleistet sein und kommt schließlich allen Bürgern zugute. Der Nachweis muss zur Wahrnehmung der vielfältigen Aufgaben ständig auf dem Laufenden gehalten werden. Deshalb sind Grundstückseigentümer sowie Erbbauberechtigte seit 1972 verpflichtet, auf ihrem Grundstück neu errichtete oder im Grundriss veränderte Gebäude auf eigene Kosten einmessen zu lassen (§ 16 Vermessungs- und Katastergesetz – VermKatG NRW – vom 01.03.2005) .

Welche Gebäude sind einmessungspflichtig?

Alle dauerhaften Gebäude, egal welcher Nutzung, sind einmessungspflichtig (Wohnhäuser, Garagen, landwirtschaftliche u. gewerbliche Bauten etc.). Selbstverständlich gilt das auch für bauliche Anlagen z. B. zur Nutzung der Windkraft und zur Erzeugung von Biogas.

Nicht einmessungspflichtig sind Umbauten ohne äußere Grundrissveränderung, nur vorübergehend aufgestellte Gebäude, Gebäude mit weniger als 10 qm Grundrissfläche oder solche von geringer Bedeutung (z. B. Gartenhaus, offener Carport).

Wann entsteht die Einmessungspflicht?

Unmittelbar nach Fertigstellung Ihres Gebäudes oder der äußeren Grundrissveränderung !

Die Einmessungspflicht ruht wie eine öffentliche Last auf Ihrem Grundstück und geht, solange die Pflicht nicht erfüllt ist, bei einem Verkauf auf den Erwerber über.

Wer darf Ihr Gebäude einmessen?

Die Gebäudeeinmessung für den amtlichen Nachweis kann nur durch eine Öffentlich bestellte Vermessungsingenieurin in Nordrhein-Westfalen (ÖbVI) oder das zuständige Katasteramt durchgeführt werden. Die Einmessung des errichteten Gebäudes (Ist-Zustand) nimmt Bezug zu den rechtmäßigen Grenzen. Baupläne und Lagepläne (Soll-Zustand) reichen als Nachweis nicht aus.

Wie hoch sind Ihre Kosten für die Einmessung?

Die Vermessungskosten für das Gebäude, die Sie als Eigentümer oder Erbbauberechtigte tragen, sind in Nordrhein-Westfalen einheitlich geregelt, unabhängig davon, welche Vermessungsstelle Sie mit den Arbeiten beauftragen.

Die Gebühr ist in der Gebührenordnung für das amtliche Vermessungswesen und die amtliche Grundstückswertermittlung in NRW (Vermessungs- und Wertermittlungsgebührenordnung – VermWertGebO NRW) festgelegt. Sie bemisst sich nach den Normalherstellungskosten Ihres Gebäudes (NHK 2000, mittlere Ausstattung, Baujahrsklasse 2000). Die Normalherstellungskosten sind bundeseinheitlich festgelegt und von Ihren individuellen Kosten unabhängig.

Die Gebühr beinhaltet bereits die Kosten für die Vermessungsunterlagen.

Werden Gebäude auf aneinandergrenzenden Grundstücken gemeinsam eingemessen, ermäßigt sich die Gebühr für jede Einmessung um 20 %, bei außergewöhnlichen Erschwernissen ist ein Zuschlag von 20 % zu erheben. Wird die Gebäudeeinmessung in zeitlichem und direktem örtlichen Zusammenhang mit Fortführungsvermessungen anderer Art (z.B. einer Teilungsvermessung) ausgeführt, sind ebenfalls Ermäßigungen vorgesehen.

Beispiel 1:

Frau Mustermann hat ein Einfamilienhaus gebaut. Sie beauftragt Ihre Öffentlich bestellte Vermessungsingenieurin mit der Gebäudeeinmessung. Die Normalherstellungskosten des fertigen Gebäudes betragen zwischen 75.000 und 300.000 €. Für die Einmessung ergeben sich folgende Kosten:
Gebühr:               830,00 €
MWST,  19 %:      157,70 €
Gesamtgebühr: 987,70 €

Beispiel 2:

Herr Musterfrau hat nachträglich eine Garage errichtet. Die Normalherstellungskosten betragen bis 25.000 €. Für die Einmessung der Garage ergeben sich folgende Kosten:
Gebühr:               300,00 €
MWST, 19%:          57,00 €
Gesamtgebühr: 357,00 €

Was müssen Sie tun?

Beantragen Sie die Einmessung des Gebäudes unmittelbar nach seiner Fertigstellung – spätestens nach schriftlicher Erinnerung durch das Katasteramt – bei Ihrer Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurin. Geschieht das nicht, so veranlasst das Katasteramt auf Ihre Kosten die Einmessung (zusätzliche Kosten 80,- €).

Was erledigt Ihre ÖbVI?

Sie informiert umgehend das zuständige Katasteramt und bestätigt den Auftrag zur Einmessung. Sie führt die Einmessung des Gebäudes örtlich durch, fertigt die kompletten Vermessungsschriften an und reicht sie innerhalb der gesetzlichen Frist der Katasterbehörde ein. Diese führt das Liegenschaftskataster innerhalb von 3 Monaten fort und stellt Ihnen kostenlos einen aktuellen Kartenauszug mit dem eingemessenen Gebäude zur Verfügung.  

Quelle

Flyer des Berufsverbandes der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (BDVI) zur Gebäudeeinmessung in Nordrhein-Westfalen